"unsterblich"-Performance 2005

Performance: Berlin-Steglitz, im Stadtbad von 1908, 11.11.2005

aus dem Buch: unsterblich, Verlag Dölling und Galitz, Hamburg / München 2002

Lichtregie: Dietrich Burmeister

Fotos: Herbert Spindler

Steglitz Plakat

Sophie Schüler, Potsdam:

Das leer stehende Stadtbad in Berlin-Steglitz erschloss die Möglichkeit für eine außergewöhnliche Bühnengestaltung, denn ein Zuschauerraum im Schwimmbecken und ein Gerumpel durch viele Türen hat nicht einmal das Berliner Ensemble zu bieten. Lichtspiel und Tontechnik waren erfrischend und passend eingefügt.
Die Autorin gibt dem Tod zu verstehen, wie sehr sie auf ihn verzichten kann. Seine Unnachgiebigkeit mache ihn zu einer leblosen und inakzeptablen Gestalt. "Ich will nicht sterben" soll er so lange zu hören bekommen, bis er beim bloßen Wort "ich" Bescheid weiß, wer seine Dienste auf dieser Welt am wenigsten benötigt.
Der Vorschlag der Unwilligen: "geboren 1945, seit 1997 unendlich, der Tod wird ja wohl lesen können." Woher soll der Tod denn wissen, seit wann sie existiert? Weil es auf einem Zettel steht? Wer kann ihre Geburt bezeugen? Wenn schon das nicht geklärt werden kann, wie soll dann der Tod sicher sein? Unmöglich.
Im Kostüm und in der harten Prinzipientreue Berliner Bademeister wurde die Verbindung zum Bühnenbild gezogen, denn in wessen Domäne könnte man denn besser klar machen, wer willensstärker ist: die Bademeister / der Tod oder die Autorin.
Das Kostüm wechselte zwischen knallig farbiger Seidentracht und Badeanzug mitsamt übergeworfenem Regenbogen-Bademantel. Auch die Plüschpuschen waren ein Detail, welches den Buchtext - "eingemuschelt sitz ich in meiner Sonntagsbratenwohnung wie mein Fuß in seinen Puschen ..." - und ein ungeheiztes Schwimmbad gut miteinander verknüpften.
Und nur wer sich auf die Macht der Worte einlässt, wird das Ende erahnen können.

Steglitz

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Schoelerschlösschen 2010

Das Plakat zum Auftritt im Schöler-Schlösschen 2010 in Berlin können Sie als PDF herunterladen

Frederike Frei

2010, nach der Performance von "UNSTERBL.ich" im Zimmertheater Berlin-Steglitz

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Werbetext zur Performance:

Frechheit siegt. Auch über den Tod? Eine wohnt, heißt, schreibt und will nicht badengehn. Ist das ein Drama? Und wie! Frederike Frei lädt ein zu ihrem Monolog im Kathedralenbau des Stadtbades Steglitz. Der Wortakrobatin, die Prosa komponiert wie Tondichter Musik, ist mit "UNSTERBL.ich" eine köstlich-komische Abrechnung mit Freund Hein, diesem "Heini" gelungen, denn Frederike Frei ist eine Meisterin der Sprache. Zwinkernde Momente unbändiger Lebenslust. Gewöhnliche Redensarten werden zu Perlen im Glitzerganz des Humors.

Alles Material dazu (Fotos, Texte) kann ich Ihnen auch über E-Mail zukommen lassen: freifrederike@aol.com

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